Die Zukunft des Real Estate Asset Managements

Die Branche steht vor einem fundamentalen Wandel. Die Art und Weise, wie Real Estate Asset Manager arbeiten, Strategien entwickeln, Assets bewirtschaften und handeln wird sich drastisch ändern. Und wir reden hier nicht über die Effekte, die Corona bewirkt oder beschleunigt. Viele Trends zeichneten sich schon vor der weltweiten Pandemie ab. Wer seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten möchte, muss seine Strategien zur Wertschöpfung anpassen, seine Prozesse überdenken und auf zukunftstaugliche Software-Tools umschwenken, die diesen Wandel abbilden – heute und kontinuierlich in den nächsten Jahren.


Was ist Real Estate Asset Management?

Real Estate Asset Management beschreibt das Management von Immobilien während des gesamten Immobilien-Lebenszyklus mit dem Ziel, den Wert der Immobilie als Handelsobjekt zu steigern. Die Definition liest sich zeitlos und ist weitestgehend unstrittig. Es sind vielmehr die Rahmenbedingungen, die bestimmen, wie erfolgreich der Asset Manager die angestrebte Wertsteigerung umsetzt.

5 Themen, die bestimmen, wie Asset Manager arbeiten werden

Wir gehen davon aus, dass sich das Asset Management in den nächsten Jahren grundsätzlich ändern wird. Dafür haben wir fünf Trends identifiziert, die den Wandel am stärksten prägen werden:

  • Space as a Service
  • Automatisierung
  • Digitaler Zwilling
  • Nachhaltigkeit
  • Sicherheit und Datenschutz

Space as a Service

Lange Zeit konnten Asset Manager das Vermietungsgeschäft auf den Austausch von Quadratmetern gegen Mietzins reduzieren. Neue Anforderungen aus Mietersicht im Hinblick auf zeitliche und räumliche Flexibilität, Skalierbarkeit und zusätzliche Services lassen dieses Modell überholt erscheinen.

„The future of space lies in the clever servicing of it — not, it would seem, its ownership.“

Lital Marom in Forbes

Es geht darum, Service- und Erlebnisräume zu schaffen, die die vielfältigen Bedürfnisse der Nutzer bedienen. Dazu gehören beispielsweise Mobilitäts-, Kommunikations-, Komfort- und Freizeitangebote, die in Kombination mit der Raumnutzung kurzfristig, flexibel und in Echtzeit gebucht (und abgerechnet) werden können.

Um sich für die richtigen Elemente eines erweiterten Service-Modells zu entscheiden, müssen Asset Manager diese Bedürfnisse, das Verhalten, die Gewohnheiten der Nutzer genau kennen. Der Schlüssel hierfür ist direkte und regelmäßige Kommunikation mit Mietern, sowie die akribische Erfassung von Nutzungsdaten und deren Auswertung.

“’Location, Location, Location’ is becoming ‘location, experience, analytics’.”

Surabhi Kejriwal in “Real Estate Predictions 2020”, Deloitte

Automatisierung

Noch immer verbringen Asset Manager bis zu 30 Prozent ihrer Zeit damit, Dokumente zu suchen und Daten per Hand zu „extrahieren“ und in andere Systeme zu übertragen. Dabei sind Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning weiter auf dem Vormarsch. Robotic Process Automation (RPA) übernimmt zunehmend die zeitaufwändigen und ressourcenintensiven Rountineaufgaben im Asset Management.

Im hier und jetzt werden Asset Manager dadurch entlastet und können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Zukünftig wird KI darüber hinaus verstärkt im Einsatz sein, um die anfallenden großen Datenmengen aus Sensorik, Drittsystemen oder externen Quellen auszuwerten und in datenbasierte Managementempfehlungen umzuwandeln. Hilfreich beispielsweise für beschleunigte Bewertungsprozesse und umfangreiches Risikomanagement.

Auch die Mieterkommunikation birgt Potenzial für automatisierte Prozesse. Auf dem Vormarsch sind hier Chatbots, die im Austausch mit Mietern einfache Aufgaben (z.B. Reparaturen, Ablesetermine) erfassen und an die richtigen Stellen weiterleiten.

Digitaler Zwilling

Das physische Gebäude und die innewohnenden Prozesse benötigen eine digitale Entsprechung – und zwar in allen Phasen des Lebenszyklus. Im Digitalen Zwilling befinden sich demnach die Heimat aller immobilienrelevanten Daten und Prozesse aus den Bereichen Planung, Entwurf, Bau, Betrieb und Rückbau. Modelle und Algorithmen werten diese Daten umfassend aus und geben den Asset Managern die richtigen Informationen zur richtigen Zeit, um komplexe Entscheidungen datenbasiert zu treffen. 

Das ist übrigen auch im Sinne der Mieter und Nutzer. Mit umfassenden Datenmodellen aus dem Digitalen Zwilling sinken in der Regel Baukosten (und in der Folge die Mieten), Betriebskosten, Reparatur-/Instandhaltungskosten und am Ende der Kette auch die Kosten für den Um- oder Rückbau.

Nachhaltigkeit

Was Rohstoffe betrifft, gehört das Bauwesen zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen. Nach der Deloitte-Studie „Real Estate Predictions 2020“ ist die Immobilienindustrie für 30% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der „Innovation Scouting Bericht 2020“ von Drees & Sommer definiert den Begriff „Neo-Ökologie“ als Megatrend und als Zusammenfassung der Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimawandel und Ressourcenknappheit.

Diese Aspekte werden in der Bewertung von Immobilien zunehmend an Bedeutung gewinnen. Anleger und Investoren fordern zu Recht umweltfreundliche Konzepte. Wer hinterherhinkt, den bestraft der Markt mit sinkenden Preisen – und sinkendem Ansehen.

Ganz zu schweigen von den rechtlichen Anforderungen durch ESG-Kriterien und dem Ziel, 2050 CO2-neutral zu agieren.

Die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Konzepte zu Umwelt- und Klimaschutz werden zu einer dauerhaften Herausforderung im Asset Management. Das Engagement lohnt sich aber. In einer Umfrage von Drees & Sommer (Trendstudie Real Estate Management, 2019) stimmten 41 Prozent der befragten Immobilienmanager zu, dass sich Gebäude mit Nachhaltigkeitszertifizierungen besser vermarkten.

Sicherheit und Datenschutz

“Data control, access, and analysis are expected to become more critical as data generation and usage continues to rise.”

Surabhi Kejriwal in “Real Estate Predictions 2020”, Deloitte

Stärkere Vernetzung und wachsende Datenmengen beispielsweise durch Sensorik sowie die Analyse von Aufenthaltsmustern, Kommunikation und Verhalten erfordern neue Wege und Konzepte im Daten- und Persönlichkeitsschutz. Asset Manager müssen sich darauf einstellen, dass Datenschutzkonzepte komplexer, strenger und wechselhafter ausfallen. Die im Asset Management eingesetzte Software muss neue Entwicklungen im Bereich Cyber-Security schnell und verlässlich adaptieren und umsetzen können.

Fazit

Das Real Estate Asset Management steht vor großen Herausforderungen – bzw. ist mittendrin. Wer auf analoge Dokumentationen und Excel setzt, wird überholt werden. Die behandelten fünf Themen erfordern zeitgemäße Softwarelösungen, die gleichsam die Bedürfnisse von heute („Jetzt-Tauglichkeit“) und die anstehenden der nächsten Jahre und Jahrzehnte aufgreifen und abbilden können.

Mit dem Architrave-Ansatz, Dokumente, Daten und Prozesse auf einer Real Estate Plattform zu vereinen und diese Plattform über intelligente Schnittstellen (API) für den Datenaustausch und andockende Lösungen zu öffnen, begleiten wir Asset Management Unternehmen heute und in Zukunft. 


ARCHITRAVE-API: OFFEN FÜR AUSTAUSCH

API - offen für Austausch

PLÄDOYER FÜR EINE BRANCHENPARTNERSCHAFT UND OFFENE STANDARDS:
Die Digitalisierung der Branche nimmt weiter Fahrt auf. Wer die Entwicklungen im PropTech-Bereich verfolgt, hat in den letzten Wochen eine zunehmende Anzahl von Meldungen über neue Kooperationen und Partnerschaften beobachtet. Meistens sind es zwei Unternehmen, die ihre Lösungen oder Services integrieren oder über eine Schnittstelle (API) miteinander verbinden – die ersten kleinen Schritte in Richtung eines Asset Management Ökosystems. Gute Sache. Aber… lässt sich ein umfassendes Ökosystem wirklich auf „exklusiven“ Partnerschaften aufbauen? – weiterlesen…